Akzeptanzkriterien und Definition of Done werden in Teams häufig vermischt. Das führt dazu, dass Tickets überladen werden oder wichtige Qualitätsanforderungen nur in einzelnen Aufgaben stehen. Die Trennung ist einfach: Akzeptanzkriterien beschreiben das erwartete Ergebnis eines konkreten Tickets. Die Definition of Done beschreibt den allgemeinen Qualitätsstandard, der für alle passenden Aufgaben gilt.
Was Akzeptanzkriterien leisten
Akzeptanzkriterien beantworten: Was muss bei genau dieser Aufgabe fachlich oder funktional erfüllt sein? Sie gehören zum individuellen Ticket und können sich von Aufgabe zu Aufgabe unterscheiden.
Beispiel: „Nach erfolgreichem Speichern wird die neue Lieferadresse in der Bestellübersicht angezeigt.“
Was die Definition of Done leistet
Die Definition of Done beantwortet: Welche allgemeinen Qualitätsbedingungen müssen erfüllt sein, bevor eine Aufgabe im Team als fertig gilt? Dazu können Tests, Review, Dokumentation, Migrationen oder Betriebsaspekte gehören.
Beispiel: „Erforderliche automatisierte Tests sind ergänzt und alle Pflichtchecks laufen erfolgreich.“
Warum die Trennung wichtig ist
Wenn allgemeine Qualitätsregeln in jedem Ticket erneut kopiert werden, entstehen Widersprüche und Pflegeaufwand. Wenn fachliche Besonderheiten dagegen nur in der Definition of Done stehen, verliert das konkrete Ticket an Klarheit. Beide Ebenen ergänzen sich.
Beispiel aus der Praxis
Ticket: „Nutzer kann sein Passwort zurücksetzen.“ Akzeptanzkriterien beschreiben etwa Gültigkeit des Links, Verhalten bei abgelaufenem Token und die Bestätigung nach erfolgreicher Änderung. Die Definition of Done sorgt zusätzlich dafür, dass Tests vorhanden sind, ein Review erfolgt ist und relevante Dokumentation aktualisiert wurde.
Was gehört nicht in Akzeptanzkriterien?
Generische Teamregeln wie „Code muss reviewed sein“ oder „CI muss grün sein“ sind meist keine fachlichen Akzeptanzkriterien. Sie passen besser in die Definition of Done. Ausnahmen gibt es, wenn ein technischer Punkt selbst Teil der fachlichen Anforderung ist.
Was gehört nicht in die Definition of Done?
Ticket-spezifische Erwartungen wie konkrete Fehlermeldungen, Rollenregeln oder besondere fachliche Grenzwerte gehören nicht in einen allgemeinen Teamstandard. Sonst wird die Definition of Done schnell zu einer unübersichtlichen Sammlung von Einzelfällen.
Beide gemeinsam prüfen
Vor der Abnahme lohnt sich ein zweistufiger Blick: Sind die Akzeptanzkriterien des Tickets erfüllt? Und erfüllt die Umsetzung zusätzlich die allgemeinen Done-Kriterien des Teams? Erst wenn beides passt, ist „fertig“ wirklich eindeutig.
Praktische Kurzformel
Akzeptanzkriterien: Was muss diese konkrete Änderung tun?
Definition of Done: Welche Qualitätsbedingungen müssen generell erfüllt sein?
